Gedanken über die Zeit

Fragt man einen Physiker, was Zeit ist, wird er vielleicht mit der Relativitätstheorie kommen, damit dass Zeit und Raum zusammenhängen. Womöglich wird er erklären, dass Zeit dehnbar ist und auf Schwerkraft reagiert. Er wird von der vierten Dimension sprechen.

Nähern wir uns dem Phänomen Zeit also über ihre Eigenschaften.

 

 

 

 

 

Wie nehmen wir Zeit wahr?

Zuerst einmal erleben wir sie immer nur in eine Richtung. Bisher ist es noch niemandem gelungen, in der Zeit zurückzugehen. Sie wird in verschiedenen Situationen unterschiedlich wahrgenommen. Manchmal scheint sie schnell zu vergehen, dann wieder zermürbend langsam. Interessant ist es, Momente zu erleben, die nur Bruchteile einer Sekunde dauern, in der wir innerlich aber eine Masse an Bildern, Erinnerungen und Gedanken verarbeiten. Oder beim Schlafen, man träumt einen langen Traum und stellt nach dem Erwachen fest – es waren nur wenige Minuten, die man geschlafen hat. Umgekehrt erlebt man das auch häufig, man nickt ein und zack sind zwei Stunden vergangen. Es scheint also, dass inneres und äußeres Erleben manchmal unterschiedliche Zeiten haben.

 

Zeit als Dimension?

Man stelle sich vor, wir wären zweidimensionale Wesen, das heißt, wir könnten Höhe nicht wahrnehmen. Was wäre dann die Erde? Wo wäre ihr Ende? Würden wir immer geradeaus laufen oder schwimmen, kämen wir irgendwann wieder an dem Punkt, an dem wir starteten. Das wäre merkwürdig. Wir könnten so lange laufen, wie wir wollten, würden aber nie zum Ende der Welt kommen. Sie wäre für uns also quasi unendlich. Für ein zweidimensionales Wesen wäre dieses Phänomen nicht zu erklären. Denn das Ende der Erde liegt in der dritten Dimension, man erreicht es nur mit einem Flug in die Höhe.

Vielleicht geht es uns mit der Zeit ähnlich. Vielleicht können wir nur nicht die Dimension wahrnehmen, um zu erklären, was Zeit eigentlich ist. Aber seit Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte gibt es eine Ahnung von einem Zustand oder Ort, der außerhalb der Zeit liegt.

 

Der Ort, an dem es keine Zeit gibt.

Genannt wird er in den alten Mythen der Menschheit „Ewigkeit“ und auch “Nirwana”. Die Vorstellungen variieren je nach Kultur etwas, meinen aber im Grunde das Gleiche: Einen Ort ohne Zeit. Kann man sich so einen Ort überhaupt vorstellen? Das ist wahrscheinlich nicht möglich. Dazu fehlt uns die entsprechende Erfahrung.

Und doch: Wir lesen zum Beispiel eine Geschichte. In dieser Geschichte vergeht Zeit. Es ist nicht unbedingt die äußere Zeit, die wir zum Lesen brauchen. Die Handlung hat ihre eigene Zeit. Manchmal vergehen Jahre innerhalb einer Zeile. Wir können in diese Zeit eintauchen, stehen aber auch außerhalb von ihr. Denn was im realen Leben nicht klappt, geht beim Lesen ganz leicht. Man kann innerhalb der erzählten Zeit hin und her hüpfen, vorwärts oder rückwärts und man kann sie sogar immer wieder erleben. Vom Romanhelden aus betrachtet leben wir in der Ewigkeit. Das gleiche klappt natürlich auch bei einen Film.

 

Zeitqualität

Unsere Vorfahren dachten, die verschiedenen Zeiten hätten unterschiedliche Eigenschaften. Klar, die Beobachtung der Jahreszeiten, legt diesen Schluss nahe. Aber sie gingen noch weiter. Nicht nur Sonne und Mond, auch die Planeten würden verschiedene Eigenschaften der Zeit anzeigen. So entstand die Astrologie. Man versuchte, die Vorgänge am Himmel zu lesen wie eine Uhr und daraus bestimmte Aussagen zu machen. Besonders der Zeitpunkt, an dem jemand geboren wurde, war wichtig, weil die Qualität dieser Zeit, den Charakter entsprechend prägte. In unserer aufgeklärten Epoche glaubt an so einen „Quatsch“ natürlich niemand mehr. Wenn von Kepler oder Galilei die Rede ist, werden sie als Astronomen bezeichnet, nicht als Astrologen, was sie aber definitiv waren.

Jedes Mal wenn es in bestimmten Zeiten eine Häufung von ähnlichen Ereignissen gibt z. B. Flugzeugabstürze oder ganz banal, wenn in der Bundesliga an einem Spieltag die meisten Mannschaften unentschieden spielen. Jedes Mal wenn ich das beobachte, denke ich daran, dass diese Vorstellung von Zeitqualität vielleicht gar nicht so verkehrt ist.

 

Was also ist die Zeit?

Ist Zeit eine Illusion? Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft existiert nur in unseren Gedanken. Lediglich der Augenblick ist real – aber der dauert ja nur – na ja, einen Augenblick… Was wir messen ist einzig Bewegung. Den Verlauf von Sonne und Mond. Die Bewegung der Zeiger auf der Uhr. Die Impulse eines Quarzes.

Ist Zeit also Bewegung? Jedenfalls ist alles in ständiger Bewegung. Wir drehen uns, selbst wenn wir still daliegen, mit der Erde. Die Erde dreht sich um die Sonne. Die Sonne mit vielen anderen Sternen um das Zentrum unserer Galaxis und die fliegt auch noch irgendwohin. Also ein kreuz und quer von Bewegungen im Weltall. Zum Glück ist es grenzenlos groß, sonst würde alles miteinander kollidieren. Oder ist es gar nicht grenzenlos?

Einstein sagte einmal: „Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

 

Euch eine schöne Zeit!

 

 

 

 

 

Mindestlohn

Es ist zum Verzweifeln, jetzt ist der Mindestlohn noch nicht einmal  eingeführt, muss er gleich als Sündenbock für eine stagnierende Wirtschaft herhalten:

http://www.dw.de/herbstgutachten-erwartet-schwaches-wachstum/a-17983909

Die Auswirkungen des Mindestlohns zeigt sich frühestens zwei, drei Jahren nachdem er eingeführt worden ist. Jetzt schon darüber zu jammern halte ich für ziemlichen Schwachsinn. Letztlich geht es ja nur darum, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern Löhne zahlen, von denen diese annähernd leben können.

Wo steuert die Menschheit hin, wenn wirtschaftliche Interessen über das Wohl des Einzelnen gestellt werden?

Ich dachte immer die Wirtschaft sei für den Menschen da und nicht umgekehrt.

 

TTIP

Ganz aktuell:

Es wird ja (Gott sei Dank) inzwischen viel über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA geredet. Von Seiten der Politik wird immer wieder betont, wie vorteilhaft dieses Abkommen doch sei. Letztlich bleibt nur die Frage: Für wen ist es vorteilhaft? Wenn man genauer in die Materie einsteigt merkt man schnell: Es profitieren letztlich nur die großen Unternehmen, Finanziers und wohlhabenden Menschen davon.
Das Abkommen würde aber auch ein Rückschritt für die Umweltpolitik und für den Verbraucherschutz bedeuten.

Soviel nur in Kürze. Wer nähere Infos will, hier ein paar interessante Links:

In der ZEIT, die ja nun nicht gerade als wirtschaftsfeindlich bezeichnet werden kann, stand folgender Artikel:

http://www.zeit.de/2014/24/ttip-freihandelsabkommen-demokratie

Natürlich darf auch attac nicht fehlen:

http://www.attac.de/ttip

Wollte noch einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender finden, der ein bisschen Hintergrundinfos liefert, habe aber nur sehr oberflächliche Berichte (Chlorhühnchen etc.) gefunden. Trotzdem hier, der Ausgewogenheit wegen:

http://www.tagesschau.de/ausland/ttip-usa100.html

Inzwischen hat sich eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegründet. Das ist -glaube ich- bisher beispiellos. Campact unterstützt natürlich auch diese Bewegung. Hier ein Link, wo ihr die Erklärung an die EU-Kommission unterzeichnen könnt.

https://www.campact.de/ttip-ebi/ebi-appell/teilnehmen/

 

Hier noch ein Link, wo man einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommt, wenn TTIP bei uns inkrafttreten sollte:

https://amerika21.de/2014/10/108201/urteil-chevron-gegen-ecuador